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Peterskapelle

Peterskapelle

an der Kreisstraße zwischen Posseck und Marienroth

Geschichte und Sage der Peterskirche

Über den Erbauer der einstigen Peterskirche - die um das Jahr 1759 einfiel - lässt sich urkundlich nichts feststellen. Nach alter Überlieferung soll diese Kirche entweder vom Heiligen Kilian, der im naheliegenden Thüringen und Ostfranken gewirkt hatte oder von Bischof Otto, den Heiligen, gegründet worden sein.
Die ältesten Leute von Posseck berichten, dass die Peterskirche eine ,,Taufkirche" für die damals noch heidnische Bevölkerung des oberen Frankenwaldes („Nortwald") gewesen sei und verweisen dabei auf eine nahe Quelle, dem ,,Petersbrünnlein", die früher mit Steinen eingefasst war und eine Stufe zum Quellwasser aufwies. Von der gesamten Umgebung seien in alter Zeit Menschen hierhergekommen, um sich taufen zu lassen und dem Gottesdienst beizuwohnen. In Richtung Lahm zeigen sich noch heute tiefe Einfurchungen im Gelände, die als ,,Kirchwege" bezeichnet werden.  Von den Überresten der einstigen Kirche sollen die Glocken jetzt in Heinersdorf (Thüringen) sein, der Tabernakel in Effelter. Der Kirchturmhahn war noch vor einigen Jahrzehnten auf dem Hause des Hans Pfadenhauer in Posseck Hs.Nr.27 zu sehen. Er ging bei der Renovierung verloren. Eine Petrusstatue aus der Peterskirche steht noch heute in der Pfarrkirche rechts neben dem Seitenaltar. Diese Statue wird in der Stiftungsrechnung der Peterskirche 1685/86 genannt. Familie Grebner in Größau Hs.Nr.1 besitzt eine Marienstatue, gefertigt um 1500, die ebenfalls aus der Peterskirche stammen soll.
Urkundlich wird die Peterskirche um 1520 als ,,Ecclesia Prauersdorf" genannt. (Frater Heinrich Kaudler).
Ab dem Jahr 1660 bis 1760 liegen Stiftungsrechnungen der Peterskirche vor, die heute im Pfarrarchiv Posseck lagern. Die Stiftungspfleger (Kirchenpfleger) sind nachweislich Personen aus Posseck. Die Einnahmen und Ausgaben wurden getrennt von den Pfarr-Rechnungen geführt; das heißt die Peterskirche war eine eigenständige Institution. Der Pfarrer von Posseck hielt dort von Zeit zu Zeit Gottesdienste ab. Es kamen Wallfahrten an den Pfingstfeiertagen, an Peter und Paul (Patronat) und in der Heiligkreuzwoche - wie es die Aufzeichnungen ergeben – und zwar aus den Orten Teuschnitz und Neukenroth (1661/62), aus Rothenkirchen (1666/67) und aus Windheim (1675/76).
 
Namhafte Personen stifteten Jahrtage, so ,,seine Excellenz Dechant Elliaß Kraus aus Weismain" als er im Jahre 1667 die Peterskirche visitierte; ebenso Pfarrer ,,Martinus Fitler aus Tschirn" für einen Jahrtag im Jahre 1663.
Für den Unterhalt der Peterskirche wurden reichlich Opfergelder gegeben:  Flachs, Korn, Schmalz, Hühner und Eier wurden gespendet.
Das Stiftungskapital wurde gegen Zinsen immer wieder verliehen. Unter den Entleihern sind außer Possecker Bürgern auch Personen aus Größau, Gifting, Windheim, Neusig, Gries, Grümpel, Wallenfels, Effelter, Steinberg, Sattelgrund und Neuenbach. Ein Beweis, daß die Peterskirche weit um bekannt war und viel besucht wurde.
Die Peterskirche  war ursprünglich als einfache Holzkirche erbaut worden, die mit der Zeit baufällig wurde, ,,so daß man daran ging, die Kirche mit Steinen und Kalkmörtel etwas massiver zu bauen". Im Jahre 1668 also erscheinen zwei Baumeister zu Pferd, die einen Abriß (Plan) über die Peterskirche fertigten. Die aus Feldsteinen und ,,auf schlechtem Fundament erbaute Kirche" bedurfte dringend einer Erneuerung.  Es wurden daraufhin Verhandlungen mit dem Kastenamt in Kronach gepflogen, wegen der Quadersteine aus einem Steinbruch bei Birkig. Zwei Steinmetzen aus Kronach besahen sich den Ort wegen des Kalkbrennens und des Sandes. Thüringische Mauerer wurden geholt, damit sie den Kalkofen errichteten. 50 Quaderstücke wurden im Birkiger Steinbruch gebrochen und verladen; dazu Felsgestein im Steinweg.
Es blieb jedoch im großen und ganzen bei diesen ,,Vorarbeiten" denn in den späteren Rechnungen sind nur noch verschiedene Reparaturen an Altar, Kanzel, ,,Bohnkirche" (Empore), Fenster und Tür vermerkt; zudem ließ man einen ,,Vorbau" anbringen.
Bei der Visitation durch ,,Johannes Wernerus Suffragandus" aus Bamberg am 17. Juni 1707 gab dieser folgende Empfehlung:

„weil man wahrgenommen, daß die Petruskapelle mit einem sehr schlechten Fundament erbaut ist; auf derselben Erhaltung nach Möglichkeit zu sehen und zu sorgen ist, sind die Wände hier und dort aufs neue zu bewerfen".

„der Opferstock sowohl bei der Pfarrkirche als bei St. Petruskapelle soll monatlich im Beisein des Pfarrers eröffnet und das Geld gezählt, sortiert und einkassiert werden.“

 "Heute dato 29. Juni 1749 hat der ehr- und zuchtsame Hans Elmer von Closberg zu Erbauung St. Peterskapelle dafür legiert 61 fränkische Gulden. 17 Gulden gleich erlegt, das übrige schaffet mit bei Loretz Heinlein von Closberg. Jetzt aber von besagten Heinlein ganz erlegt und dem damaligen Pfleger Georg Heinlein dahier ausgehändigt worden" Pf. Hw. Pfretzscher

Eine gründliche Reparatur aber unterblieb wiederum. Ab 1742 wird das Kapital und die gestifteten Engelämter und Jahrtage von der Pfarrkirche übernommen und für Messwein, Wachs und Hostien von der St. Peters­Stiftungsrechnung nicht mehr erhoben ,,weil die Kirch sehr baufällig ist".
Die Kirche verfiel und wurde 1750 „eingelegt“ und daraus das Pfarrhaus in Posseck errichtet''.
Als einzige Überreste sind noch einige Grundmauer-Reste zu sehen, die zum Teil beim Bau der ,,Mittleren Straße'' herausgebrochen wurden oder von Bauschutt und wilden Hecken überdeckt sind.

Die Peterskapelle wurde auf Grund eines Gelöbnisses von Johann Völk, Posseck Hs.r. 14, im Jahr 1904, in neugotischem Stil erbaut und dem Heiligsten Herz Jesu geweiht. Die vier Eckpfeiler des Rechteckbaues sind, ebenso wie die spitzbogigen Tür- und Fensterrahmungen mit Sandsteinquadern aufgemauert. Ein Sandsteinkreuz am Ostgiebel überragt das Schieferdach, das sich in den Baumkronen versteckt. Über dem Eingang im Giebelfeld der Ostseite die Initialen des Erbauers J. Völk und die Jahreszahl 1904. Leider konnte die durchbrochen gearbeitete Eisentür nicht verhindern, dass 1982 Diebe in den Innenraum eindrangen und drei Figuren vom Altar stahlen. Es handelte sich um die Herz Jesu Figur und zwei Engel. Der weißgeputzte Innenraum steht im Kontrast zum dunkelbraunen neugotischen Holzaltares, dessen Aufbau in drei Nischen gegliedert ist. Den Tabernakel flankieren Blumen und Kerzen. Vor dem Altar eine Kniebank, an der linken Wand erinnert eine Schrifttafel an die Errichtung: „Eingeweiht zu Ehren des hl. Herzen Jesu u. zur Erinnerung an die Peterskirche / anno 1904“. Der Enkel des Erbauers, Roland Völk, renovierte die Kapelle genau 100 Jahre später. Er wollte mit der Renovierung nicht nur des Jubiläums der Erbauung der Kapelle erinnern, sondern auch ins Bewusstsein rufen, dass an diesem Standort die sagenumwobene Wallfahrtskirche des Frankenwaldes, die Peterskirche, stand. 

Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes

Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes

in Grössau auf dem Anwesen der Fam. Grebner

Die Entstehung der Kapelle in Grössau ist eine bewegende Geschichte von Glauben, Dankbarkeit und Beständigkeit.

Die Geschichte dieser Kapelle begann mit einem Gelübde, das Agnes Grebner der Mutter Gottes gab. Die Familie Grebner, die zur Pfarrei Posseck gehörte, hatte in einer Zeit großer Not und Bedrängnis gestanden. Sie hatte Holz für ein Sägewerk in Pressig gemacht und plante, es an Bruno Hans zu verkaufen. Doch bevor sie ihr Holz verkaufen konnten, brach ein verheerender Brand aus, der ihre Pläne zunichte machte. Das Geld, das sie erwartet hatten, war nun wertlos, und sie standen vor finanziellen Schwierigkeiten.

In dieser schwierigen Zeit versprach Agnes Grebner der Mutter Gottes, dass, wenn sie Hilfe in ihrer Not erfahren würden, sie eine Kapelle zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes errichten würden. Die Familie Grebner vertraute auf diese göttliche Hilfe und fand Trost in ihrem Glauben.

Jahre vergingen, und die Kapelle blieb zunächst ein Versprechen, da es an den finanziellen Mitteln für den Bau fehlte. Doch das Versprechen wurde nie vergessen. Agnes Grebner verstarb, und die Familie erlebte weitere Herausforderungen.

Im Jahr 1984, nach einem Vorfall, bei dem Arno Grebners Frau Veronika im Wald verletzt wurde, entschied Arno, dass es an der Zeit sei, das Versprechen einzulösen. Die Familie begann mit dem Bau der Kapelle zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes als Zeichen ihrer Dankbarkeit und ihres Glaubens.

Die Lubigskapelle wurde schließlich feierlich geweiht und ist nun ein Ort der Andacht und des Gebets. Der Altarraum wird von den Statuen des hl. Wendelin, der Schmerzhaften Muttergottes und des hl. Hubertus geschmückt.

Die Geschichte dieser Kapelle erinnert uns daran, wie der Glaube und die Dankbarkeit in schweren Zeiten Trost und Hoffnung spenden können. Sie ist ein Symbol für das Versprechen, das die Familie Grebner in ihrer Zeit der Not gegeben hat, und für die Erfüllung dieses Versprechens als Ausdruck ihrer tiefen Dankbarkeit.

 

Marienkapelle

Marienkapelle

zwischen Posseck und Grössau