Die Gemeinde Gifting gehört seit alters her zur Pfarrei Posseck. Bedingt durch den Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg und die damals hohen Geburtenzahlen war die Pfarrkirche in Posseck für die wachsende Bevölkerung zu klein geworden. Von Gifting aus war der Weg nach Posseck besonders für ältere Menschen beschwerlich. In Gifting wurden deshalb Stimmen laut, selbst eine Kirche zu bauen, nachdem auch schon ein Friedhof angelegt war. Zu diesem Zweck sollte ein Kirchenbauverein gegründet werden.
Am Montag, den 09. März 1959 fand im Gasthaus Zipfel die Gründungsversammlung des Kath. Kirchenbauvereins Gifting statt. Der damalige Bürgermeister Josef Müller begrüßte die zahlreich erschienenen Bürger aus Gifting und besonders den Pfarrer der Pfarrei Posseck, Geistl. Rat Peter Ochs. Nachdem Bürgermeister Müller den Zweck eines zu gründenden Kapellen- oder Kirchenbauvereins erläutert hatte, verlas Geistl. Rat Ochs ein Schreiben des erzbischöflichen Ordinariats Bamberg, in welchem in Anbetracht der weit höheren Anschaffungs- und Instandhaltungskosten die Gründung eines Kapellenvereins empfohlen wurde. Geistl. Rat Ochs Schloss sich dieser Empfehlung an. Er regte an, eine der Einwohnerzahl von Gifting entsprechend große Kapelle für 150-200 Personen zu bauen. Eine Abstimmung ergab, dass die Mehrheit der Anwesenden für die Gründung eines Kirchenbauvereins war. Die anschließende Wahl brachte folgendes Ergebnis:
1. Vorstand: Geistl. Rat Peter Ochs
2. Vorstand: Bürgermeister Josef Müller
Schriftführer: Adam Hempfling
1. Kassier: Willibald Zipfel
2. Kassier: Andreas Jakob
Als Ausschussmitglieder wurden gewählt:
Grebner Leonhardt
Lang Hans
Hempfling Hans
Münch Josef
Welscher Georg
Zipfel Georg
Dietz Heinrich
Engelhardt Wilhelm
Pfadenhauer Willi
Simon Josef
Bei den Neuwahlen anlässlich der Jahreshauptversammlung am 7. Juni 1962 gab es Veränderungen an der Spitze. Als 1. Vorsitzender wurde Bürgermeister Josef Müller gewählt. Sein Stellvertreter wurde Georg Zipfel. Für Georg Zipfel rückte Josef Zipfel als Ausschussmitglied nach. Die übrigen Positionen blieben unverändert. In der Mitgliederversammlung am 08.05.1963 stimmten die Mitglieder dafür, die Kirche auf das Grundstuck der Familie Zapf zu bauen. Es waren noch Grundstücke von den Familien Dietz, Hempfling und Lang zur Verfügung gestellt worden. In der Ausschusssitzung v. 08.10.1963 legte Architekt Porzelt den Finanzierungsplan für den Bau der Kirche vor. Die Baukosten waren demnach mit 94.000,00 DM veranschlagt.
Noch im Herbst des gleichen Jahres wurde mit dem Bau begonnen. In der Mitgliederversammlung am 10.03.1964 wurde beschlossen, die Kirche dem HI. Josef, dem Patron der Arbeiter zu weihen. Ein Festtag für die Gemeinde war der 18. Juli 1964. An diesem Tag wurden die Grundsteinlegung und das Richtfest für die neue Kirche gefeiert. Die Grundsteinweihe nahm der damalige Dekan Stadtpfarrer Heinrich Geiger aus Teuschnitz vor.
Bereits am 30. Mai 1965 konnte unsere Kirche durch Domkapitular Martin Wiesend, dem späteren Weihbischof ihre kirchliche Weihe erhalten. Zu diesem Festtag waren alle Vereine der Pfarrei eingeladen worden. Am Ortsausgang nach Posseck wurde der hohe Gast von den Fahnenabordnungen empfangen und durch Bürgermeister Josef Müller begrüßt. An seiner Seite waren zwei Geistliche, die Söhne des Frankenwaldes sind: Pfarrer Georg Diller, der in Größau geboren war und als Ruhestandsgeistlicher in Posseck wohnte und Pfarrer Rudolf Montag aus Rothenkirchen, ein gebürtiger Wilhelmsthaler.
An der Kirchenpforte wies Geistl. Rat Peter Ochs darauf hin, dass dies nun die dritte Kirche in seiner Pfarrei sei. Einstmals sei an einer Taufquelle die Peterskirche, die erste Taufkirche des Frankenwaldes entstanden. In der Zeit der Reformation sei die Pfarrkirche erbaut und im Jahr 1538 eingeweiht worden. Heute werde nun die Filialkirche in Gifting dem Hl. Josef geweiht. Dieser Schutzpatron solle die Gläubigen weiter ermuntern, treu und fest im Glauben zu bleiben. Zu dieser Zeit hatte der Kirchenbauverein 22.000 DM Verpflichtungen aus Handwerkerrechnungen und Architektenleistungen und musste einen Kredit in Hohe von DM 20.000,00 aufnehmen. Doch bereits in der Jahreshauptversammlung am 22. Marz 1968 konnte der Vorsitzende den Mitgliedern die erfreuliche Mitteilung machen, dass das Darlehen bis auf 6.000 DM abgezahlt sei. Dies zeigt eine sehr große Opferbereitschaft der Giftinger Bevölkerung für ihre Kirche in der damaligen Zeit. In der Ausschusssitzung am 09.01.69 wurde beschlossen, Glocken anzuschaffen und eine elektrische Heizung zu installieren. Dank der wiederum großzügigen Opferbereitschaft konnten bereits am 4. Mai 1969 die beiden Glocken, welche der Mutter Gottes und dem Hl. Aloisius gewidmet sind, von Pfarradministrator Alois Kraus geweiht werden.
In den folgenden Jahren wurden noch viele Anschaffungen getätigt.
Ein großer Tag für unsere Kirchengemeinde war die Primizfeier von Norbert Lang am 26. Juni 1983. Viele Gläubige hatten schon am Vortag an der Priesterweihe im Bamberger Dom teilgenommen. Norbert Lang ist der erste Priester, der aus der Gemeinde Gifting hervorgegangen ist. Da unsere Kirche die Gottesdienstteilnehmer nicht hatte fassen können, war ein Zelt aufgestellt worden. Als Geschenk der Giftinger Bürger und Vereine übergab Willibald Zipfel einen Kelch an den Neupriester. Gebührend gefeiert wurde auch das 25jahrige Kirchweihfest vom 25.-27. Mai 1990. Der Festgottesdienst wurde in Konzelebration von Pater Josef Unger, Pfarrer Hans Endres und Kaplan Norbert Lang gefeiert. Diesem vorausgegangen waren der Bieranstich am Freitagabend und ein Festkommers am Samstag im Festzelt.
In einer Ausschusssitzung 10.02.95 regte Pfarradministrator Pfarrer Schupp die Gründung einer Filialkirchenstiftung an. Er informierte die Ausschussmitglieder über die Vorteile vor allem in finanziellen Angelegenheiten. In der Jahreshauptversammlung am 24.03.1995 wurde über die Gründung einer Filialkirchenstiftung abgestimmt. Von 55 anwesenden Mitglieder stimmten 53 dafür. Bei einer anschließend durchgeführten Hausabstimmung der nicht anwesenden Mitglieder stimmten alle 55 Mitglieder dafür.
Die Vorsitzenden des Kirchenbauvereins bis zu seiner Auflösung im Jahr 1996 waren:
Mit Urkunde des Ordinariats der Erzdiözese Bamberg v. 15.11.1995 wurde die Kath. Filialkirchenstiftung ins Leben gerufen. Der Kirchenbauverein wurde daraufhin im Jahr 1996 aufgelöst.
Unsere Kirchenpfleger:
Festlich begangen wurde der 40. Weihetag unserer Kirche. Am Samstag, den 28. Mai 2005 fand ein Pfarrfamilienabend im Gemeindehaus statt. Den Festgottesdienst am Sonntag, den 29. Mai zelebrierte Pfarradministrator Pater Helmut Haagen. Der Musikverein Größau- Posseck führte die Kirchenparade, an der sich alle Vereine aus Gifting, Posseck und Größau beteiligten, ab Dorfplatz an. Anstelle einer Predigt wurden die verschiedenen Gremien der Pfarrei als lebendige Bausteine vorgestellt und eine Kirche aus Kartons aufgebaut. Nach Ende des Gottesdienstes zogen die Vereine und Gremien unter Musikbegleitung zum Gasthaus Kremnitzthal zu einem Frühschoppen.
Im Jahr 2006 wurde die Außenrenovierung unserer Kirche durchgeführt.
Das Dach wurde komplett neu eingedeckt und isoliert. Defekte Blechelemente wurden erneuert. Die Glasbausteine im Turm, welche undicht waren, wurden durch Holz-Alu-Fensterelemente ersetzt. Die Fenster im Kirchenraum wurden entrostet, gekittet und gestrichen, die Außenfensterbänke wurden entfernt und durch neue Aufbänke ersetzt. Im Eingangsbereich wurde die Eingangstür renoviert und die Treppe erneuert.
Erneuert wurden auch die Außentür und die Treppe zur Sakristei und die Außenfassade neu gestrichen. Die Gesamtkosten für diese Renovierung betrugen 65.475,76 EUR. Diese Maßnahme wurde von der Erzbischöflichen Finanzkammer mit 46.800,00 EUR und von der Gemeinde Wilhelmsthal mit 3600,00 EUR bezuschusst. Alle Arbeiten wurden an Firmen im Landkreis Kronach vergeben. Von der Bezuschussung ausgeklammert hatte die Erzbischöfliche Finanzkammer die Erneuerung der Außenanlagen. Diese musste in Eigenleistung durchgeführt werden. Auch dies wurde geschultert. Viele Pfarrangehörige erklärten sich zur Mitarbeit bereit und im näheren Umkreis ansässige Firmen stellten Geräte und Material zu Verfügung. So konnte die Teerdecke entfernt und das Grundstück gepflastert werden, ohne eine Handwerkerfirma einzuschalten. An Materialkosten entstanden 3.352,71 EUR. Auch das Fenster im Altarraum wurde von einer Spezialfirma aus Bad Windsheim einer Sanierung unterzogen und außen mit Energiesparglas ausgestattet. Die Kosten dafür betrugen 5.395,73 EUR. Finanziert wurde dies durch Spenden der Sparkassenstiftung Ludwigsstadt, des Rosenkranzvereins, der KAB und von zwei Privatpersonen. Eine in unserem Ort durchgeführte Haussammlung für die oben angeführten Renovierungsarbeiten brachte 10.455,00 EUR ein. Am 01. Juli 2008 feierte Pfarrer Norbert Lang sein 25-jähriges Priester Jubiläum in seiner Heimatkirche. Alle Vereine und Verbände beteiligten sich mit ihrem Banner und einer Abordnung am Festgottesdienst. Im Jahr 2010 wurde die Orgel durch die Firma Schnell aus Seelach gereinigt und neu gestimmt. Die Kosten betrugen 2.400,00 EUR. Drei neue Isolierglasfenster wurden 2012 zum Preis von 2.462,00 EUR durch die Firma Fiedler aus Lahm in der Sakristei eingebaut.
Eine Großrenovierung des Innenraums der Kirche wurde ab November 2014 in Angriff genommen. Die Decke und die Wände wurden neugestaltet, eine neue Beleuchtung installiert, die Elektroanlage auf den neuesten Stand gebracht, die Lautsprecheranlage erweitert, der Handlauf zur Empore erneuert, zwischen den Altarblöcken eine Marmorplatte mit dem Symbol ,,Brot und Wein" angebracht, die Bestuhlung im Altarraum neu überzogen, die Bänke mit neuen Sitzkissen ausgestattet und der gesamte Bodenbelag in der Kirche erneuert. Die Kosten hierfür betrugen EUR 58.000,00 EUR. Die Renovierungsarbeiten wurden von den Firmen Markus Schleicher Dörfles, Georg Kiendl Posseck, Ulrich Neder Weidhausen, Andreas Fiedler Lahm, Eduard Gehring Kronach und P.R. Havener durchgeführt.
Im Jahr 2015 wurde das 50-jährige Jubiläum verbunden mit der fertiggestellten Innenrenovierung gefeiert.
Eine Kirchenparade mit Abordnungen örtlicher Vereine und Gremien sowie Vertretern der Politik schlängelt sich vom Dorfplatz zum Gotteshaus. Sie wurde von Pater Helmut Haagen, Generalvikar Monsignore Georg Kestel und dem aus Gifting stammenden Pfarrer Norbert Lang empfangen, die auch den Fest-Gottesdienst zelebrieren.
Der Festgottesdienst wurde musikalisch gestaltet von Roland Völk an der Orgel sowie von der Sängergruppe als auch den Musikanten des Musikvereins Größau-Posseck. Ihren Anfang hatten die Feierlichkeiten am Samstag, 29.05.2015 mit einem Festkommers in der innen neu sanierten und gestalteten Filialkirche genommen. Die Innenrenovierung kostete 59 000 Euro, davon trugen das Erzbistum 38 000 Euro sowie zehn Prozent der Gesamtkosten die Gemeinde Wilhelmsthal. Durch den Festkommers führte Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Nina Wich. Ihr Dank galt Adelheid Kotschenreuther, die eine Jubiläums-Chronik erstellt hat.
"50 Jahre St. Josef Gifting - das ist ein Anlass der Freude und des Dankes", so Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner. Der Aufwand für die Renovierung der Kirche habe sich gelohnt. Auf diese Leistung könne Gifting stolz sein. Malermeister Markus Schleicher dankte namens aller am Bau beteiligten Handwerker für das Vertrauen. Er lobte die professionelle Vorarbeit des "Bauleiters", Kirchenpfleger Herbert Böhm. Das Jubiläum nutzte die Pfarrei auch, um sich beim langjährigen Messner Josef Hempfling für dessen 35-jährige Schriftführer-Tätigkeit zu bedanken.
Seit der Einweihung unserer Kirche waren bei uns folgende Seelsorger tätig:
Josefstag, im März
letzter Sonntag im Mai